Jugendarbeit

Beiträge von Nico Wilken

Wir vom Lanz-Bulldog-Club-Holstein e.V. versuchen bei der Bevölkerung, besonders bei den Jugendlichen, das Interesse für die historische Landtechnik zu wecken. Des weiteren möchten wir ihnen das Hobby der Restauration, Erhaltung und Ausstellung alter Traktoren und Maschinen näher bringen. Der Jugendwart des LBCH e.V. ist hierbei Ansprechpartner bei der Kontaktaufnahme und hilft jungen Sammlern bei eventuell auftretenden Fragen und Problemen weiter. Dieser Artikel ist für jugendliche Sammler und für diejenigen, die es werden wollen. Ich versuche hiermit denen, die mit diesem schönen Hobby anfangen und denen, die sich für alte Schlepper und Landmaschinen interessieren ein paar Informationen und Tipps an die Hand zu geben. Hoffentlich kann ich Euch hiermit bei evtl. auftretenden Fragen oder Problemen ein bisschen weiterhelfen Natürlich kann hier nur die offizielle Rechtslage beschrieben werden. In der Praxis sieht es manchmal anders aus. Für die Angaben besteht keine Gewähr. Am Besten man informiert sich vorher selbst z.Z. bei den zuständigen Stellen.

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Der Lanz-Bulldog-Club-Holstein e.V. (LBCH) hat es sich zur Aufgabe gemacht, historische Traktoren, Landmaschinen und Geräte zu erhalten, zu restaurieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Besonders haben wir uns dem Lanz Bulldog verschrieben, aber auch andere Fabrikate sind bei uns herzlich willkommen. Weiterhin versuchen wir bei der Bevölkerung, besonders bei den Jugendlichen das Interesse für die historische Landtechnik und deren Entwicklung zu gewinnen. Hierbei darf nicht nur der Schlepper als eine Schlüsselmaschine der Landtechnik gesehen werden, sondern auch alle anderen Maschinen und Geräte, die den Menschen die Arbeit erleichterten. So versuchen wir dann auch auf Veranstaltungen Maschine und Geräte im praktischen Einsatz zu zeigen. Mitte der 70er Jahre fingen in Schleswig-Hostein einige wenige Personen damit an, alte Schlepper zu sammeln und diese vor dem Schneidbrenner zu retten, um sie der Nachwelt zu erhalten. Untereinander nahm man Kontakt auf und es entwickelte sich eine lose Interessengemeinschaft, in der man sich gegenseitig bei Problemen, Schlepper- und Ersatzteilsuche half. Am 6. April 1979 schlossen sich 20 Sammler zum Lanz-Bulldog-Club Holstein zusammen, der inzwischen über 1350 Mitglieder im In- und Ausland hat. Jährlich veranstaltet der LBCH am Himmelfahrtstag ein Schlepper-Oldtimertreffen. 1975 traf man sich das 1. Mal mit 3 Bulldogs auf dem Hof von Reyner Biermann in Meezen. Im darauffolgenden Jahr und bis 1983 fand das jährliche Treffen an der Joachimsquelle in Meezen statt. Weil es dort zu eng wurde, fand ab 1984 das jährliche Himmelfahrtstreffen in Brokstedt in dem dortigen Speedwaystadion des MSC Brokstedt statt. Jährlich kommen hier inzwischen über 700 Fahrzeuge zusammen, die von ca. 14000 Besuchern bestaunt werden. Teilweise veranstaltet der LBCH auch noch kleinere Treffen, wo z.B. gedroschen und gepflügt wird. Der Lanz-Bulldog-Club-Holstein gibt 4 mal im Jahr die Vereinszeitschrift " Der Pionier" heraus. In dieser ca. 50-seitigen Zeitschrift gibt es Berichte aus der Sammlerszene, von Treffen, Technikberichte, Wer macht Was, Kleinanzeigen und Veranstaltungstermine. Des weiteren gibt es im LBCH monatliche Clubabende. Diese finden an jedem 1. Freitag im Monat im Hotel "Carstens" in Bordesholm statt. Hier ist jeder Gast willkommen. Im LBCH e.V. kann jeder Mitglied werden, der sich für alte Traktoren und Landmaschinen interessiert und der bereit ist an deren Erhaltung mitzuhelfen.


Oft bekommt man die Frage zu hören: Wo bekomme ich einen Oldtimerschlepper her? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten und ein Patentrezept gibt es schon gar nicht. Hier nun einige Tipps wo und wie man es vielleicht versuchen könnte:
Man kann es mit den Kleinanzeigen des Pioniers oder anderer Schlepperoldtimerzeitschriften wie z.B. Schlepperpost, Der Schlepperfreund oder Der Schlepper im Rückblick versuchen. Dann gibt es da noch die Oldtimerzeitschriften wie z.B. Oldtimer Markt oder den Historischen Kraftverkehr. Manchmal werden alte Traktoren in allgemeinen Anzeigenzeitungen z.B. AVIS oder anderen Autoverkaufszeitungen, Tageszeitungen oder landwirtschaftlichen Zeitschriften wie z.B. Bauernblatt angeboten. Hierbei ergibt sich aber oftmals das Problem, daß viele Leute bei den teilweise komplizierten Typenbezeichungen nicht wissen, was sich für ein Schlepper hinter der Anzeige verbirgt, geschweige denn, wie dieser aussieht. Hierbei können evtl. Bücher zu diesem Thema oder Reprints alter Schlepperjahrbücher weiterhelfen, wovon es zur Zeit schon recht viele gibt.
Auf Oldtimertreffen werden auch manchmal Traktoren zum Verkauf angeboten. Außerdem kann man jeden fragen, den man kennt, ob sie oder er nicht vielleicht noch von einem alten Fahrzeug weiß. Außerdem sollte man auch, wenn man durch die Gegend fährt oder in einer Gegend ist, wo man viele alte Schlepper vermutet, einfach mal anfragen, ob nicht jemand etwas von einem alten Trecker weiß.

Na dann viel Glück bei der Suche !!!!!


Wenn man einen Schlepper gefunden hat, ist man oftmals überglücklich und kauft diesen in der Euphorie einfach aus dem Bauch heraus. Man sollte sich aber fragen, ob das Fahrzeug morgen auch noch da steht, wenn ja, sollte man die Sache noch einmal überschlafen. Dann kann man sich auch noch erkundigen, was vergleichbare Fahrzeuge kosten und sich über den jeweiligen Typ und dessen Schwachstellen näher informieren.
Bei Fahrzeugen gleichen Typs kann es aber auch sehr große Preisdifferenzen geben. Dieses liegt zum einen am Zustand. Das Spektrum reicht von Schrott, über sehr guten Originalzustand, oder nur mit Farbe übergetüncht, bis zum wirklich topp restaurierten Zustand. Außerdem spielen die Zusatzausrüstungen wie z.B. Schnellgang, Seilwinde, Hydraulik, Frontlader, Verdeck, Gewichte eine große Rolle. Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Es ist meistens besser sich mehrere Schlepper anzusehen und etwas länger zu suchen, als gleich beim erst besten, der einem über den Weg läuft voreilig zu Handeln.
Ein billiger Schlepper mit Fehlteilen und Defekten kann im Endeffekt teurer werden, als ein gleiches Fahrzeug im guten Zustand, das im Ankauf etwas teurer ist. Auch wenn der Motor läuft, sollte man dieses nicht überbewerten. Ein Schlepper, der bis zum bitteren Ende z.B. in den neuen Bundesländern schwer gearbeitet hat, kann so dermaßen verschlissen sein, dass die Instandsetzungskosten das Vielfache von dem betragen, was es kostet einen gleichen Schlepper herzurichten bei dem die Kolben aufgrund langer Standzeit festgerostet sind.
Bei teuren Fahrzeugen sollte man sowieso einen Fachmann zu Rate ziehen und mitnehmen! Lieber 50 € einem anderen geben, der etwas davon versteht, als wenn nachher das böse Erwachen kommt und man über den Tisch gezogen wurde. Das Geld für sachkundige Beratung ist sicherlich gut angelegt. Maschinen nicht nur nach telefonischer Beschreibung kaufen - Ansehen! Transportkosten beachten. Wie bekomme ich das Fahrzeug nach Hause? Wenn man das Gefährt nicht gleich abholt, empfiehlt es sich ein paar Fotos von dem Fahrzeug zu machen, um etwaige Veränderungen am Fahrzeug dokumentieren zu können. Es gibt leider immer wieder schwarze Schafe! Bei jedem Kauf ist es empfehlenswert einen Kaufvertrag mit Fahrzeugdaten, Zustand, Kaufpreis, geleisteter Anzahlung und sonstigen Zusicherungen, wie z. B. Tüv fertig usw. schriftlich zu machen!
Wenn per Handschlag verkauft wird und nur mündliche Zusicherungen getroffen werden, ist es besser, wenn ein Zeuge dabei ist.


Worauf sollte man beim Schlepperkauf achten?

Ist das Fahrzeug komplett, oder fehlen schwer zu beschaffende Originalteile? Sind die Anbauteile original? Wie ist der Zustand der Blechteile: stark verrostet oder verbeult? Wenn die Maschine mit " Bauerndumm " übergepinselt ist und womöglich über den Dreck und Rost " lackiert " wurde ist Vorsicht geboten.
Motor:
Lässt sich der Motor durchdrehen? Hat dieser spürbare Kompression? (evtl. Kompression im kalten Zustand überprüfen). Wie springt der Motor an? Auf Geräusche und Qualm achten. Wenn der Motor stark aus der Kurbelgehäuseentlüftung qualmt, sind meistens die Laufbuchsen und Kolben verschlissen. Ist das Motoröl milchig, dann ist meistens Wasser im Öl. Wenn der Motor bei einer angekündigten Besichtigung warm ist, sollte man vorsichtig sein, denn dieser könnte miserable Kaltstarteigenschaften haben.
Getriebe:
Macht das Getriebe starke Geräusche? (Dieses kann teilweise auch typbedingt sein). Wie ist die Schaltbarkeit ? Funktioniert alles, wie z.B. alle Gänge, Riemenscheibe, Zapfwelle usw.? Ruhig einmal den Besitzer fragen, ob man einen Getriebedeckel abnehmen darf, um mit einer Taschenlampe ins Getriebe zu schauen. Sind die Schalträder vom rohen Schalten seitlich abgenutzt? Haben einige Zahnräder " Karies "(Zahnausfall)? Weiterhin sollte man darauf achten, dass der Motor bzw. die Wasserpumpe nicht aufgefroren sind. Hat der tragende Motor-/Getriebeblock Risse? (evtl. durch den Anbau eines Heckbaggers). Hat die Lenkung, Vorderachse viel Spiel? (sehr verbreitet bei Frontladerschleppern). Funktionieren die Bremsen? Sind Kühler, Motor, Getriebe und Hydraulik dicht? Muss der Kühler erneuert werden? Können die Reifen weiterverwendet werden.? Auf die Funktion der Elektrik würde ich persönlich nicht so viel Wert legen, da diese aufgrund von morschen Kabeln sowieso erneuert werden muß.


Wenn man ein Fahrzeug " neu " erworben hat, wollen viele es sofort zum Laufen bringen. Dabei sollte man aber trotz des ersten Enthusiasmusses gewisse Vorsichtsmaßnahmen beachten. Wenn das Fahrzeug mehrere Jahre gestanden hat, empfiehlt es sich erst einmal den Motor von innen zu reinigen und Ölwechsel zu machen. Da teilweise der Motor verschlammt ist oder Wasser im Öl ist und mit der Zeit die Schmierfähigkeit aufgrund der Alterung des Öls nachlässt, würde der Motor nicht richtig geschmiert und Schaden nehmen. Richtiges Öl verwenden!, z.B. nicht beim Glühkopfbulldog das alte unlegierte Öl mit legiertem 15-W40 auffüllen!!! Maschine nicht ohne Kühlwasser anlassen. Vor dem Anschleppen oder dem ersten Fahren testen, ob die Kupplung trennt. Unfallgefahr! Vor dem ersten Anlassen sollte man Vorsichtsmaßnahmen treffen um den Motor wieder auszubekommen, falls der Regler fest sitzt und der Motor übertourt. 1. Ausmacherhebel muss gangbar sein und beim Anschleppen vom Sitz aus zu betätigen sein. 2. Kneifzange oder ähnliches bereithalten , um im Notfall die Spritzufuhr zu kappen. 3. Luftzufuhr zum Motor unterbrechen können, z.B. Zuhalten des Luftansaugrohres bei abgenommenen Luftfilterdeckel. Auch ist es sinnvoll, wenn beim ersten Anlassen einer mit getretener Kupplung eingelegtem größten Gang und angezogenen Bremsen auf dem Schlepper sitzt um diesen im Bedarfsfall abzuwürgen. Vorher natürlich freie Bahn schaffen! Beim Ankurbeln von Hand niemals den Daumen umfassen lassen, sondern mit nach oben neben die anderen Finger, da Motoren bzw. die Kurbel immer einmal zurückschlagen können!
Beim Glühkopfbulldog ist noch folgendes zu beachten: Die Heizlampe muss dicht und intakt sein, da es sonst zu schwersten Verbrennungen kommen kann. Das Lenkrad sollte einen leicht drehbaren Rausziehknopf haben. Es darf nicht verbogen sein und sollte sich leicht aus der Kurbelwelle ziehen lassen. Hat das Lenkrad in der Kurbelwelle zu viel Spiel, läuft es beim Anwerfen unrund und lässt sich somit schlecht greifen. Beim Anwerfen niemals in die Lenkradspeichen fassen und möglichst nicht mit Arbeitshandschuhen anwerfen, da diese sich mit um die rotierende Lenksäule wickeln können. Das Lenkrad bzw. Anwurfscheibe darf keine vorstehenden Kanten besitzen: Verletzungsgefahr! Während des Anheizens Gas auf 0, Sicherheitsschraube vorne am Glühkopf herausschrauben und den Motor langsam durchdrehen. Tritt dann vorne weißer Qualm aus, so ist das Glühkopfunterteil voll Diesel gelaufen! Während des Vorheizens so lange den Motor vorsichtig hin- und herpendeln bis kein starker Qualm mehr austritt. Wird dieses nicht gemacht, kann der Motor mit dem Sprit im Zündteller durchgehen!! Desweiteren beim GK Bulldog darauf achten, dass die Ölrückholung aus dem Kurbelgehäuse funktioniert. Sonst saugt sich der Motor Öl an und geht durch. Hierbei hilft nur Luftfilter zuhalten oder abwürgen. Am Besten man lässt sich das Anwerfen und die Handhabung von einem anderen Bulldogbesitzer zeigen.


Vor dem Kauf eines Fahrzeuges sollte man sich Gedanken machen, wo man dieses unterstellen kann. Bei sich zu Hause, bei Bekannten oder einem befreundeten Landwirt? Oder vielleicht eine Garage mieten oder sich mit mehreren Gleichgesinnten zusammenschließen. Kann man dort auch das Fahrzeug fertig machen? Auch an evtl. Funkenflug beim Flexen oder Laufen lassen und etwaige Ölflecken usw. denken.
Ein Oldtimer kann auch ruhig einmal ein Jahr auf die Restauration warten, bis man einen geeigneten Ort zum Fertigmachen gefunden hat. Ein Vorteil bei Oldtimern ist ja, dass diese nicht jünger werden und meistens nicht an Wert verlieren . Was man hat, das hat man!
Eine gewisse Grundausstattung an Werkzeug, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, sollte zur Restauration und Instandhaltung schon vorhanden sein.
Spezialwerkzeuge wie z.B. Abzieher, Schweißgeräte usw. kann man sich ja auch evtl. bei Bekannten oder befreundeten Firmen ausleihen. Auch von Vorteil ist es, wenn man evtl. auch Werkzeugmaschinen wie z.B. Drehbänke benutzen darf.


Was will ich mit dem Traktor? Will ich außer auf meinem Grundstück fahren, auch noch an Oldtimertreffen teilnehmen.? So stellt sich die Frage, wie bekomme ich das Fahrzeug dort hin? Die beste Lösung ist Zulassen. Dann kann man auch z.B. am Wochenende Ausfahrt oder sonstiges machen. Auch hartgummibereifte Fahrzeuge können bis max. 16 km/h und eisenbereifte ( mit Laufringen, sofern sie nicht die Straße beschädigen) bis max. 18 km/h zugelassen werden. Es gibt auch die Möglichkeit das Fahrzeug auf  6 km/h zu drosseln, vom Tüv abnehmen zu lassen und so zulassungsfrei zum Treffen zu fahren. Das Schleppen von Fahrzeugen ist verboten! (nicht zu verwechseln mit dem Abschleppen liegengebliebener Fahrzeuge). Dann gibt es noch die Möglichkeit des Verladens. Entweder auf einen Autotrailer, Autotransporter oder man leiht sich einen Tieflader oder einen landwirtschaftl. Anhänger. Dabei aber auf ein geeignetes Zugfahrzeug, Zuladung des Transportfahrzeuges, Anhängelast und evtl. Druckluftbremse achten. In jedem Fall die Ladung ausreichend und fest verschnüren. Bei landwirtschaftlichen Anhängern ist noch zu beachten, dass der Boden nicht für eine so große Punktbelastung gebaut wurde (Unterbau kontrollieren) und dass diese Anhänger teilweise ziemlich hoch sind. Es besteht evtl. Kippgefahr in engen Kurven. Doch wie bekomme ich den Traktor auf den Anhänger? In den wenigsten Fällen hat man zu Hause und am Veranstaltungsort eine Verladerampe. Man kann sich auch Verladeschienen kaufen, oder weil diese sehr teuer sind evtl. ausleihen.
Die meisten Alu-Verladeschienen dürfen nicht mit eisenbereiften - bzw. Raupenfahrzeugen benutzt werden. Verladeschienen müssen stabil genug sein, eine ausreichende Tragfähigkeit besitzen, gegen Abrutschen von der Anhängerkante gesichert werden und dürfen nicht zu steil (über 20') sein. Außerdem sollten sie eine seitliche Kante gegen das Abrutschen aufweisen. Beim Verladen mit nicht gegen Abrutschen gesicherten, zu steilen, zu schwachen Verladeschienen oder gar selbstgezimmerten Konstruktionen, Balken oder Leitplanken kann es zu schwersten Unfällen kommen.
Eisenbereifte Fahrzeuge sind zwar schön anzusehen, aber beim Verladen sehr schwierig. Da Eisenräder beim Rauffahren schnell durchdrehen und den Halt verlieren oder beim Raufschieben mittels Schleppstange seitlich wegrutschen, sollte man diese Fahrzeuge mittels Seil oder Seilwinde auf den Anhänger oder Tieflader raufziehen bzw. herunterlassen. Ähnliches gilt für Raupenfahrzeuge, da diese die Eigenart haben auf Kanten wie z.B. Anhänger/Verladeschienen zu kippen.


Wenn man an einem Treffen teilnehmen will, muss vorher der Schlepper soweit abgedichtet werden, so dass dieser weder mit Öl oder Diesel leckt. Desweiteren müssten die Bremsen und Lenkung in Ordnung sein, damit es zu keinen Unfällen kommt. man sollte schon sehen, dass dem Fahrzeug die nötige Pflege zuteil werden und nicht ein dreckiger Rosthaufen zur Schau gestellt wird. Inwieweit man später das Fahrzeug restauriert bleibt jedem selbst überlassen. Wie man Motor, Getriebe, Nebenaggregate, Blechteile und sonstige Sachen instandsetzt, hängt vom Verschleißzustand, dem eigenen Können, der Zeit, die man investieren will und natürlich von den Kosten ab. Eine Komplettrestauration kann schon mal mehrere 100 wenn nicht sogar über 1000 Arbeitsstunden in Anspruch nehmen.
Wie man das äußere Erscheinungsbild des Schleppers macht, wie z.B. hochglanzlackiert evtl. mit Chrom (wie das Fahrzeug damals nie war), ordentlich lackiert oder man erhält das Fahrzeug im guten Originalzustand und konserviert dieses nur, hängt vom jeweiligen Geschmack des Besitzers ab.
Wenn man das Fahrzeug zulassen will, muss es dicht sein, Lenkung, Bremsen, Reifen und Elektrik müssen in Ordnung sein.
Die Bremsen müssen meistens neu belegt werden, da die Bremsbeläge mit der Zeit aushärten. Ähnliches gilt für die Elektrik, da die Kabel mit den Jahren morsch und brüchig werden. Bei der lichttechnischen Einrichtung ist heute Warnblinker Pflicht. Dieser muss ggf. nachgerüstet werden. Ansonsten ist hier mehr erlaubt als man allgemein hin denkt, wie z.B. gelbe Bremslichter bei Fahrzeugen vor 1983 oder rote Blinker bei Fahrzeugen vor 1970. Mehrere Lampen in einem Gehäuse/Kammer sind erlaubt. Auch Winker sind zulässig, sofern sie blinken (Pendelwinker nicht mehr) usw.....
Für genauere Informationen über Restauration, Elektrik und Bestimmungen stehe ich gerne zur Verfügung.


Das einfachste sind Normteile wie z. B. Schrauben, Simmerringe, Kugellager, Meterware an Dichtpapier und Bremsbeläge usw.. Diese Sachen bekommt man bei örtlichen Spezialhändlern. Teilweise findet man Sachen wie z.B. Zugmäuler, Luftfilter, Limas, Anlasser und Druckluftteile auch auf Schrottplätzen. Spezielle Ersatzteile kann man entweder je nach eigenem Geschick selbst anfertigen oder anfertigen lassen. Viele Ersatzteile findet man auch in den Kleinanzeigen der Oldtimerzeitschriften, im Pionier: " Wer macht Was " oder man gibt selbst eine Anzeige auf. Inzwischen gibt es auch verschiedene Händler, die etliche Ersatzteile nachfertigen oder gebrauchte Teile anbieten. Bei Nachkriegsschleppern können oftmals auch noch die Händler/Werkvertretungen weiterhelfen. Dann gibt es da noch die Möglichkeit der Oldtimerteilemärkte.

Das einfachste bei der Zulassung ist, wenn das Fahrzeug noch angemeldet ist, dann braucht man es nur mit neuer Versicherungskarte bei der Zulassungsstelle umzumelden. Wenn das Fahrzeug länger als ein Jahr abgemeldet oder stillgelegt war, ist der Brief meistens entwertet und es muss ein neuer erstellt werden. Dieses geschieht in der sogenannten Bauratsuntersuchung unter Verwendung der Daten des alten Briefes. Existiert für das Fahrzeug kein Brief mehr, so muss dieser neu beantragt werden. Dieses geschieht durch eine Anfrage bei Kraftfahrt-Bundesamt. Formulare für die KBA Anfrage erhält man bei jeder Zulassungsstelle oder beim Kraftfahrt-Bundesamt in 24932 Flensburg. Die KBA Anfrage dauert ca. 2 Wochen und ist nur für 1 Monat gültig. In diesem Zeitraum muss das Fahrzeug zur Bauratsuntersuchung. Nicht jeder Tüv darf eine Bauratsuntersuchung durchfuhren, vorher erkundigen. Dann kann man auch gleich anfragen, ob für solch ein Fahrzeug ein Typenblatt beim Tüv vorliegt, wenn nicht, erfolgt eine Einzel-Betriebs-Abnahme. Die Bauratsuntersuchung ist im Grunde genommen eine Tüv Untersuchung, bei der der Brief anhand von altem Brief oder Typenblatt und K-BA Anfrage neu erstellt wird. Dabei kann man auch gleich Änderungen wie z.B. andere Höhe bei Verdeckaufbau, Reifengröße, Geschwindigkeit, Kugelkopfkupplung usw. abnehmen und eintragen lassen.

Allg. Vorgehen, wenn das Fahrzeug Tüv fertig ist und angemeldet werden soll:

1. Fahrzeug versichern = Versicherungsdoppelkarte

2. Rote Nummern besorgen und zum Tüv /Baurat fahren, Fahrzeug abnehmen lassen, dann wird der Brief neu erstellt.

3. Bei der Zulassungsstelle anmelden (Zugmaschinen brauchen meistens nicht vorgeführt zu werden).


-Fahrzeuge auf max. 6 km/h drosseln, vom Tüv abnehmen lassen und zulassungs- und führerscheinfrei fahren. Der Fahrzeugführer muss mindestens 15 Jahre alt sein und das Fahrzeug muss verkehrstüchtig sein.
-Rote Überführungskennzeichen ausleihen und zum Treffen fahren. Doch diese Kennzeichen sind nur für Probe- und Überführungsfahrten, wenn man z.B. dort .das Fahrzeug verkaufen will.
-Rote Wechselkennzeichen für Oldtimer. Mit diesem Kennzeichen kann man bis zu 10 Fahrzeugen, die älter als 25 Jahre sind, Tüv frei fahren. Für die Verkehrssicherheit des Fahrzeuges ist man selbst verantwortlich und sollte sehr ernst genommen werden. Steuer und Versicherung rechnen sich meistens erst bei mehreren Fahrzeugen. Man kann nur ein Fahrzeug zur Zeit bewegen. Alle Fahrzeuge, die mit dem Kennzeichen gefahren werden sollen, müssen vorher angegeben werden. Zusätzlich ist ein polizeiliches Führungszeugnis erforderlich.
-Grüne Nummernschilder sind steuerfrei. Ebenso für land/forstwirtschaftliche Betriebe oder Schausteller, deren Anhänger sind auch zulassungsfrei. Wenn der Oldtimer in diesen Betrieben und nur zu diesen Arbeiten eingesetzt wird, kann dieser auf grüne Nummer zugelassen werden. Problem: Oldtimertreffen sind keine landwirtschaftl. Veranstaltungen! Wenn man selbst keinen landwirtschaftl. Betrieb hat, könnte man das Fahrzeug z. B. über einen befreundeten Landwirt zulassen. Der Halter muss nicht unbedingt der Besitzer des Fahrzeuges sein. Der in der Landwirtschaft geforderte Überrollbügel wird nicht vom Tüv kontrolliert, sondern von der Berufsgenossenschaft. Dieser kann man dann erklären, dass das Fahrzeug ausschließlich Hobbyzwecken dient.
-Eine andere Möglichkeit bieten Saisonkennzeichnen. Hierbei wird das Fahr-Zeug nur für bestimmte, vorher festzulegende Monate im Jahr zugelassen. Diese werden auf dem Nummernschild eingeprägt. In der anderen Zeit gilt das Fahrzeug als abgemeldet und darf nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen. Man spart für diese Monate Steuer und Versicherung und das lästige An- und Abmelden und dessen Kosten entfallen.


Alle Fahrzeuge und Maschinen sollten zumindest Haftpflicht versichert sein, damit man im Falle eines (Un-)Falles nicht in Teufels Küche kommt!
Fahrzeuge mit rotem Kennzeichen sind über die Versicherung des Kennzeichens geschützt.
Zugelassene Fahrzeuge müssen pflichtversichert werden. Dabei ist es empfehlenswert, sich Angebote von verschiedenen Versicherungen einzuholen. Es gibt auch teilweise Sondertarife für landwirtschaftliche Schlepper oder Oldtimer. Nachfragen oder verhandeln lohnt immer!
Stationärmotoren und handbetriebene Gerätschaften, wie z.B. Häckselmaschinen, Rübenschnitzler usw. können außer über eine Betriebshaftpflicht teilweise über seine eigene Privathaftpflicht mitversichert werden. Allgemein gilt auch noch: Auf Treffen vorsichtig fahren, Maschinen gegen unbefugte Benutzung sichern, scharfe Ecken und Gegenstände, wie z.B. Mähbalken abdecken und bei einer Vorführung evtl. die laufende Maschine absperren.


Die Führerscheinklassen enthalten folgende Fahrberechtigungen:

A (A1, M): Krafträder aller Art *)

A1 (M): Krafträder bis 125ccm und 11 KW *)

M: Krafträder / FmH bis 50 ccm und 45 km/h

B (L,M): Kraftwagen bis 3,5 t und 8 Fahrgastplätzen und Anhänger bis 750 kg, Züge bis 3,5 t (Gesamtgewicht des Anhängers nicht größer als Leermasse des Zugfahrzeugs)

BE: Züge aus B-Zugfahrzeug und Anhänger über 750 kg

C (C1): Alle Kraftwagen mit bis zu 8 Fahrgastplätzen und Anhänger bis 750 kg

CE (BE, C1E, T, D1E **): Last und Sattelzüge aus C-Zugfahrzeug und Anhänger über 750 kg

C1: Kraftwagen bis 7,5 t mit bis zu 8 Fahrgastplätzen und Anhänger bis 750 kg

C1E (BE, D1E **): Züge aus C1-Zugfahrzeug und Anhänger über 750 kg (Gesamtgewicht des Anhängers nicht größer als Leergewicht des Zugfahrzeugs)

D (D1): Omnibusse mit Anhänger bis 750 kg

DE (BE, D1E **), C1E **): Züge aus D-Zugfahrzeug und Anhänger über 750 kg

D1: Omnibusse mit 9 - 16 Fahrgastplätzen und Anhänger bis 750 kg

D1E (BE, C1E **): Züge bis zu 12 t Gesamtgewicht aus D1-Zugfahrzeug und Anhänger über 750 kg (Gesamtgewicht des Anhängers nicht größer als Leergewicht des Zugfahrzeugs; Anhänger nicht zur Personenbeförderung)

T (L,M): Zugmaschine bis 60 km/h und selbstfahrende Arbeitsmaschinen bis 40 km/h, jeweils nur in der Land- oder Forstwirtschaft einschl. Anhänger *)

L: Zugmaschinen in der Land- oder Forstwirtschaft bis 32 km/h (mit Anhänger bis 25 km/h, evtl. Kennzeichnungspflicht beachten!), selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Flurförderfahrzeuge bis 25 km/h

*) altersabhängige Beschränkungen beachten!

**) sofern die Berechtigung für die jeweilige Klasse (C1, D oder D1) besteht.