Vorwort 156

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altLiebe Oldtimer- und Lanz-Bulldog-Freunde und Freundinnen!

Es ist schon so eine eigenartige Sache mit uns Menschen, dass manche von uns irgendetwas sammeln müssen. Diesen Gedanken
hatte ich im Laufe des Tages der offenen Scheune. Die meisten von uns, mich natürlich mit eingeschlossen, sind von diesem Virus befallen. Wenn ich es genau bedenke, ist es wohl aber kein Virus, sondern liegt bei uns Homo Sapiens wohl in den Genen (ob die Neandertaler schon etwas gesammelt haben ist nicht überliefert). Die Menschen haben immer schon etwas gesammelt und es ist auch ein Merkmal unserer Kultur. Manche sammeln Kunst oder Briefmarken. Politiker sammeln Macht. Die Fürsten sammelten früher Mätressen und Schlösser. Die ganz intelligenten Menschen sammeln Wissen, die weniger glücklichen sammeln Misserfolge, die meisten von uns sammeln Erfahrung. Vom Kugelschreiber bis zur Kuckucksuhr wird irgendwie alles gesammelt, was nicht niet- und nagelfest ist, Hauptsache es macht den Sammler glücklich. Und da muss man eben aufpassen, sich die optimale Glücksstrategie beim Sammeln anzueignen! Manch einer von uns hat nur wenig und ist hochzufrieden mit seiner Sammlung, viele haben Unmengen Dinge und sind nie zufrieden und immer auf der Suche. Meine Strategie ist, nicht so viel zu haben, dafür die Geräte öfter mal zu nutzen und dabei Spaß zuhaben. Ich kenne aber auch Leute, die eine gewisse Jägermentalität haben und nur zufrieden sind, wenn sie neue Trecker oder andere neue Sachen kaufen können. Hat der Trecker dann einmal mit allen vier Rädern den Boden des eigenen Grundstücks berührt, dann ist er auch schon aus dem Sinn und das Spiel beginnt von Neuem. Das Problem ist, dass dann natürlich irgendwann kein Platz mehr da ist. Und es ist teilweise kaum zu glauben, wie viele Trecker in ein Gebäude passen. Da habe ich schon die tollsten Plätze gesehen, an denen man noch etwas abstellen kann, von Keller bis zum Boden. Und das ist auch schon der Unterschied zwischen uns Oldtimer-Trecker-Leuten und den Lkw-Sammlern, der enorme Platzbedarf eines Lkw. Während der Besitz eines alten Treckers schon fast zu einer Massenbewegung geworden ist, so ein kleiner alter Deutz findet schon in einer kleinen Garage Platz, so ist der Besitz von alten Lkw nur Leuten zu empfehlen,die etwas mehr Unterstellfläche haben. Vor 30 Jahren ging die Lkw-und Bulldogszene noch einen kurzen Weg zusammen. Es gab kombinierte Lkw und Traktortreffen und der Historischen Kraftverkehr als erste Nutzfahrzeug-Oldtimer Zeitschrift versuchte beiden Sparten gerecht zu werden. Doch es passte einfach nicht zusammen, zu verschieden sind doch beide Sparten. Das Einzige, was uns vereint ist, dass es sich um Nutzfahrzeuge handelt. Auch die Leute, die das Hobby betreiben, sind in beiden Sparten doch sehr unterschiedlich. Mittlerweile kann ich das beurteilen, denn vor gar nicht so langer Zeit hat auch ein alter Lkw in meiner Sammlung Einzug gehalten, hauptsächlich dazu gedacht, die Bulldogs zu transportieren (oder auch nicht). Es gibt übrigens noch eine Unterteilung, in die man die Sammler einsortieren kann. Der eine sammelt bewusst im Verborgenen und achtet akribischdarauf, dass kein anderer seine Sammlung sieht. Soll auch bei Treckersammlern vorkommen, ist aber meistens bei Kunst oder Ähnlichem der Fall. Ich erinnere mich aus den Medien an den Fall eines Sammlers in München, der gestorben war - die ganze Wohnung war voll mit seltenen Bildern und keiner wusste davon. Die meisten Sammler, und das sind die sympathischen Leute, öffnen gerne mal ihre Scheune oder fahren mit ihren Schätzen zu Veranstaltungen, um andere daran teilhaben zu lassen. Das macht auch den meisten Spaß, weil man dabei immer etwas erlebt und andere Leute trifft.

Am Besten geht so was natürlich bei einer bekannten und beliebten Veranstaltung, und damit wäre ich beim Thema Brokstedt. Am 10.05. findet natürlich wieder unsere große Veranstaltung statt. Es beginnt wie immer am 09.05. abends mit der Anreise und der Feier im Festzelt. Als Sonderschau haben wir uns diesmal für die Produkte der Fa. Fahr entschieden. Einem bedeutenden deutschen Landmaschinenhersteller, der auch Traktoren gebaut hat. Natürlich sind nicht nur Fahr Traktoren willkommen, sondern auch alle anderen Geräte, die Fahr so gebaut hat, um das breite Spektrum dieser Firma vorzustellen.
Ich wünsche euch allen viel Spaß bei unserer Veranstaltung.

Euer
Michael Bollweg

 

 

Jahreshauptversammlung 2018

JHV 2018 LBCH

Pionier 156

 

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Sonderschau 2018

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Vorwort 155

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altLiebe Oldtimer- und Lanz-Bulldog-Freunde und Freundinnen!

Mit dem Jahr 2017 geht wieder mal ein vielfältiges Jahr mit vielen interessanten Oldtimer-Traktoren Treffen zu Ende. Natürlich begeistern die großen Treffen wie zum Beispiel Brokstedt, Oyten, Leipzig und Nordhorn viele von uns Oldtimerfreunden. Aber nicht nur
durch die großen Veranstaltungen lebt die Szene, sondern vor allem durch die regionalen Treffen, die von vielen kleinen Vereinen überall bei uns im Norden und natürlich auch in der ganzen Republik ausgerichtet werden. Da wird gedroschen, gepflügt, gedengelt und Musik gemacht. Längst ist unser Hobby alte Landtechnik ein Teil unserer Gesellschaft geworden. Die Aufmerksamkeit, die uns Treckerverrückten in den Regionalprogrammen des Fernsehens zu Teil wird, zeigt diesen Trend, der sich in Fernsehberichten wie „Treckerfahrer dürfen das“ oder „Die beliebtesten Trecker Norddeutschlands“ widerspiegelt. Auch wenn ich nicht jede Darstellung zu schätzen weiß, so freue ich mich doch über die Wellen, die unser Hobby in der Öffentlichkeit schlägt.

Wellen schlugen und schlagen bis heute auch die Trecker, die durch den Schlamm auf den Feldern fahren. Dieses Jahr zeichnet sich vor allem durch außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen aus. Wohin man auch schaut, bei uns steht überall Wasser auf den Feldern. Die Getreideernte konnte nur verspätet eingebracht werden, bei der Maisernte gab es viele Probleme aufgrund von nassen Feldern und festgefahrenen Abfahrwagen und Maishächslern. Auf einigen Feldern steht heute noch der Mais. Noch schlechter sieht es bei den Zuckerrüben und Kartoffeln aus, hier sind viele Flächen bis heute nicht abgeerntet und die Kartoffeln und Rüben vergammeln in der Nässe auf dem Feld. Selbst wenn es ab jetzt trocken wird, die Probleme ziehen sich noch bis zum nächsten Jahr und sogar darüber hinaus durch. Wegen der Nässe konnten viele Felder einfach nicht wieder bestellt werden, das heißt, die Saat für das nächste Jahr ist noch nicht in der Erde und dafür ist es jetzt natürlich zu spät. Noch vor hundert Jahren hätte diese extreme Nässe wohl zu einer Hungersnot in der deutschen Bevölkerung geführt. Aber wir sind ja heute ein Industriestaat und nicht mehr so auf die Landwirtschaft angewiesen wie damals. Leider befürchte ich, dass die Forscher recht haben und der Klimawandel für unser bescheidenes Wetter verantwortlich ist. Im Schnitt werden die Sommer kühler und nasser, die Winter hingegen wärmer, und das alles einhergehend mit größeren Niederschlagsmengen. Das heißt natürlich nicht, dass es nur noch verregnete Sommer und milde Winter geben wird, aber der Trend geht wohl unaufhaltsam dahin. Wir alle und vor allem unsere Landwirtschaft werden sich auf Dauer dieser neuen Situation anpassen müssen, um die Kapriolen, die uns das Wetter schlägt, irgendwie auszugleichen. – „Klima ist das was wir erwarten – Wetter ist das was
wir bekommen! “

Unser Vorstand und ich wünschen allen Clubmitgliederinnen und Clubmitgliedern sowie allen Abonnenten des Pioniers und allen Freunden unseres Vereins ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr.
Und natürlich viel Spaß mit eurem Trecker.

Euer
Michael Bollweg