Vorwort 149

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altLiebe Oldtimer- und Lanz-Bulldog-Freunde und Freundinnen!

Unser 42. Bulldogtreffen am Himmelfahrtstag in Brokstedt war auch in diesem Jahr eine großartige Veranstaltung. Mehr dazu im Bericht in diesem Heft. Man kann das Bulldogtreffen in Brokstedt auch als Traditionsveranstaltung bezeichnen, immerhin findet es schon seit über 42 Jahren statt. Was einmal klein angefangen hat, ist heute das größte Treffen in Schleswig-Holstein geworden. Und dennoch – oder gerade deshalb - dürfen wir uns nicht auf der Brokstedt-Tradition ausruhen. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass zum Beispiel Veranstaltungen oder Vereine, aber auch Firmen, die sich als Tradition und Institution verstehen und sich auch so benehmen, von dem Zeitgeist hinweggefegt werden, da sie sich nicht weiterentwickelt haben. Dass unserer Veranstaltung so etwas
nicht passiert, darauf müssen wir alle achten. Das bedeutet natürlich, nicht sorglos mit dem Erbe der letzten 42 Jahre umzugehen, das wäre genauso töricht wie eine fehlende Entwicklung. Es heißt vielmehr die Veranstaltung immer wieder neu zu beleben und damit immer attraktiv für unsere Gäste zu halten. Wichtig ist, dass für jeden etwas dabei ist. Der Schlepperbestand in der Ausstellung in Brokstedt hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt, herrschten in der Anfangszeit vor allem die älteren Baujahre unserer Hausmarke Lanz vor, so hat sich das Feld heute erstaunlich breit entwickelt. Dabei fällt natürlich auf, dass auch die Traktormodelle aus neuerer Zeit mehr Zuspruch finden. Auch das ist eine ganz natürliche Entwicklung. War ein Lanz von 1955 im Jahre 1985 doch erst 30 Jahre alt, so müssen wir uns heute nicht über Traktoren in Brokstedt wundern, die 1985 gebaut wurden! Und für so manchen Sammler ist eben nicht der Lanz-Glühkopfbulldog das Ziel der Wünsche, sondern der IHC 1455 oder der MBTrack 1500. Dazu kommt noch, dass die seltenen Stücke aus dem Hause Lanz heute durch potente Sammler als Geldanlageobjekte aufgekauft werden und in gut behüteten Sammlungen verschwinden. Glücklicherweise haben wir hier im Norden aber noch ein Paar Enthusiasten, die ihre seltenen Maschinen gerne vorführen, zu uns zum Treffen kommen und den Bulldog noch einen Trecker sein lassen und keine „Briefmarke“, wenn Ihr wisst, was ich damit meine. Wenn dann noch einseitig interessierte Schreiber nachher schreiben, dass nur Masse statt Klasse da war, so muss ich dann sagen, dass für manche natürlich das Klasse ist, was andere als Masse bezeichnen.
An dieser Stelle möchte ich noch eine Richtigstellung anfügen. In der letzten Ausgabe habe ich in der Traueranzeige für Lanz Leo geschrieben, dass er nie den Weg zu uns in den Norden gefunden hat. Doch das ist falsch! Lanz Leo war natürlich schon bei uns, nur war das vor meiner Zeit. Manche sprechen sogar davon, dass er zweimal da war. Wie auch immer, auf jeden Fall war er schon mal bei uns, es soll 1984 oder 85 gewesen sein. Das Beweisfoto (Anmerkung: im "Der Pionier" nicht online) von August Huber zeigt die Reisegruppe auf dem Parkplatz.

Euer
Michael Bollweg