Pflügen mit Oldtimern

altWer möchte mit seinem Oldtimer Traktor nicht auch mal etwas anfangen?
Und da bieten sich neben gemeinsamen Ausfahrten und den vielen öffentlichen Treckertreffs auch Pflügerveranstaltungen an. Auf einigen pflügen alle Gespanne hintereinander in einer Furche, auf anderen auf einer eigenen Parzelle im Wettstreit mit den anderen Pflügern. altSo etwas wird Leistungspflügen genannt, das sich aus alten Prüfregeln für angehende Landwirte entwickelt hat und zu einem Sport geworden ist. Dazu muss man aber nicht nur treckerfahren sondern auch pflügen können. Wer wissen möchte, wie ein Pflug eingestellt wird, kann es hier lernen. Der Rest kommt bei der praktischen Anwendung.
                                                        Oskar

altWofür sind nur all die Hebel? Du  hast Dich mit Deinem Gespann zu einem Oldtimerpflügen auf den Weg gemacht, Dich schließlich hoffnungsvoll auf dem Acker in die wartenden Pflüger eingereiht .. und dann diese Enttäuschung, als Du endlich an der Reihe bist: Denn Dein Pflug will nicht, wie er soll. Oft sind schnell Helfer da, um Dir beizustehen, geben Ratschläge und drehen an Spindeln und Kurbeln. Du aber sitzt auf dem Trecker und weißt von nichts.  Woher auch? Schließlich bist Du kein Bauer und hast die Bedienung von so einem Gerät nicht gelernt. Und wo soll man es nachlesen? Dieser Aufsatz will Dir helfen, die Einstellung Deines Pfluges nach den Bedingungen des Ackers selber vorzunehmen.
Zur besseren Verständigung sind genau wie beim Handwerk die Teile eines Pfluges schon vor unaltendlich langer Zeit mit Namen bedacht worden, die ich hier an einem Schwungpflug demonstrieren möchte. Man kann sie auf jeden Pflug übertragen.
Der Schwungpflug eignet sich sehr gut, um die Pfluggesetze zu erklären. Bei der Arbeit ruht der Pflug auf der Hacke. Grindel und Anlage verlaufen parallel zur Ackeroberfläche. altDas Schar schaut vorne etwas über die Anlage nach unten heraus. Das nennt man Untergriff und hilft dem Pflug, auf Tiefe zu gehen.
Wenn der Pflüger hinten auf die Sterzen drückt, hebt er die Scharspitze an und bekommt eine flachere Furche. Würde er die Sterze nach oben ziehen, tritt genau das Gegenteil ein, weil die Scharspitze jetzt nach unten zeigt und den Pflug auf Tiefe bringt. Natürlich benutzt der Pflüger diese Griffe nur zu Beginn der Furche, um einen schnellen Einzug zu bekommen oder, wenn der Pflug auf weichen Stellen versacken möchte. Die Arbeitstiefe stellt der Pflüger  am Stelleisen ein. Langes Stelleisen für flache und kurzes für tiefe Arbeit.alt
Diese Erkenntnisse kann ich auf jeden anderen Pflug übertragen. Wird also der Oberlenker gekürzt, stellt sich der Pflug mehr auf die Scharspitzen, erhöht den Untergriff und geht mehr auf Tiefe. Umgekehrt nimmt der Untergriff ab und die Furche wird flacher. In Arbeitsstellung  ist der Untergriff wieder neutral wie auf nebenstehender Zeichnung.
Eine Ausnahme macht die Regelhydraulik, die Ferguson entwickelt hat und altdarum viele Jahre allein anbieten durfte. Ferguson ging  davon aus, dass ein Anbaupflug bei seiner Arbeit einen Druck auf den Oberlenker ausübt, der um so stärker wird, je tiefer der Pflug arbeiten muss. Hier dient der Oberlenker nicht zur Tiefeneinstellung sondern zum Ausrichten des Pfluges in der Parallele zum Acker und zur Übertragung des Arbeitswiderstands  (Widerstansregelung) auf die Steuerorgane der Regelhydraulik. Der Pflug  braucht keine Hacke sondern wird zu 90% von der Hydraulik getragen. Dabei vergleicht die Hydraulik den Arbeitsdruck am Oberlenker mit dem eingestellten Wert am Stellsegment. Durch einen stärkeren Untergriff als bei Pflügen für  Freiganghydraulik geht der Pflug leichter auf Tiefe, bis er den eingestellten Wert erreicht. Dann sperrt die Hydraulik, bis der Druck am Oberlenker abnimmt. Dann öffnet sie wieder bis an den eingestellten Wert. Diese Impulse kommen in schneller Folge, so dass der Pflug bei seiner Arbeit fast ganz vom Schlepper getragen wird und so dessen  Zugkraft auf dem Acker stark erhöht. Der Oberlenker einer Regelhydraulik ist durch die schnelle Folge von Heben und Senken bei der Arbeit scheinbar lose und lässt sich leicht verstellen. Dazu müsste der Fahrer mit Freiganghydraulik sein Gefährt erst anhalten, um den Druck vom Oberlenker zu nehmen. Um die Arbeitstiefe zu verändern braucht die Regelhydraulik nur eine Korrektur am Stellsegment mit dem kleinen Finger. Pflügen wird kinderleicht. Hanomag umging Fergusons Patentrechte  mit  Regelung durch einen Tiefentaster und nannte es Hanomag Pilot. Leider finden wir auf keinem Schaupflügen noch einen Vertreter dieser phantastischen Regelhydraulik.
altEs gibt einen weiteren Begriff beim Pflügen, den Seitengriff. Er entsteht durch seitliches Überstehen der Scharspitze über die Anlage und soll den seitlichen Einzug sichern und mit Hilfe der Anlage die Seitenführung ermöglichen. Ein Pflug ohne Seitengriff würde nicht geradeaus in der Furche laufen sondern hin und her pendeln wie ein Lämmerschwanz. Die Furche sieht dann entsprechend aus. Fachleute sprechen vom "Ochsenpiss".alt
Durch den Seitengriff ist es auch möglich, die Pfluglage zum Schlepper seitlich zu verschieben also eine schmalere oder breitere 1. Furche einzustellen. Das geschieht bei den meisten Dreipunktpflügen durch die gekröpfte Welle, welche den Pflug mit den Unterlenkern des Schleppers verbindet. Zweck ist, die Scharspitzen für eine schmalere 1.Furche nach rechts und für eine breitere 1.Furche nach links auszurichten. Das kann auch mit anderen sehr unterschiedlichen Einrichtungen vorgenommen werden als der gekröpften Welle, beim Schwungpflug am Stellkopf. Nach der Verstellung richtet der Pflug sich wieder parallel zur Furche aus.alt
Oft kann man Schlepper beobachten, die sich mit eingeschlagenen Vorderrädern durch die Furche quälen. Sie steuern gegen eine Kraft an, die das Gespann in den gepflügten Acker ziehen möchte. Das kommt vor, wenn der Pflug nicht richtig zum Schlepper eingestellt wurde. Früher wurde das bei Auslieferung eines neuen Pfluges vom Werksmonteur vorgenommen und blieb unverändert bis zur Anschaffung eines neuen Schleppers. Viele Oldtimerpflüge brauchen dringend diese Einstellung, damit die Schlepper nur ziehen und sich nicht quälen müssen und das Pflügen Spaß macht.
Folge falscher Einstellung zum Schlepper ist ein falscher theoretischer Zugpunkt rechts außerhalb der Schleppermitte. Ziel der Einstellung muss eine Verlegung des Zugpunktes nach links außerhalb der Schleppermitte sein.
Der Zugpunkt befindet sich am Schnittpunkt der gedachten Unterlenkerverlängerungen während der Arbeit. Befindet sich dabei der rechte Unterlenker dichter an den Hinterrädern als der linke, wird der Zugpunkt richtig links außerhalb der Schleppermitte  liegen.  Wenn dieser Zustand bei korrekter Einstellung der 1.Furche nicht erreicht wird,  kann der Pflug auf der gekröpften Welle seitlich verschoben werden. Die Einrichtung nennt man Seitenverschiebung. Sie kann sehr unterschiedlich aussehen und ist oft verrostet und unbrauchbar.  Aber es lohnt sich, sie gangbar zu machen und so dem Spaß am Pflügen auf die Sprünge zu helfen.
altEs gibt noch einen Begriff zu erklären. Das ist die seitliche Verkantung des Pfluges. Sie wird mit den Hubstreben des Schleppers eingestellt. Wenn der Schlepper auf ebenem Hofplatz mit angebautem Pflug steht, ist der Pflug gegen den Schlepper nach links in dem Maße verkantet, wie die Furche tief ist. Dafür läuft der Pflug in der Furche ohne Verkantung aber mit nach rechts verkantetem Schlepper. Alles klar? Den Schwungpflug verkantet man nach rechts, wenn er kurzfristig breiter pflügen soll und umgekehrt nach links. altDas ergibt sich aus dem bei der Verkantung sich verändernden Seitengriff. Bei der Arbeit läuft der Pflug also ohne Verkantung, in der Länge parallel zur Ackeroberfläche und mit gelösten Seitenspannketten, damit er in seiner Seitenführung nicht behindert wird.
Es gibt verschiedene Vorwerkzeuge zum Einbringen von Bewuchs oder Ernterückständen oder zum Grünlandumbruch. Das Scheibensech ist für Grünlandumbruch konstruiert, eignet sich aber bei Schaupflügen hervorragend zum sauberen Ausräumen der Furche. Auf steinigen Böden nimmt man das Messersech. Der Vorschäler dient einem sauberen Acker ohne rausschauende Ernterückstände oder Bewuchs.
Voreinstellung des Pfluges auf ebenem Hofplatz: Alle Verstelleinrichtungen gut gangbar und möglichst gegen Verstellen absicherbar, beide Körper gleich ausgerichtet, Schare geschärft und mit Unter= und Seitengriff, Streichbleche spiegelblank, Anlagen und Hacke einwandfrei, Oberlenker ½ Umdrehung auf Spannung, Pflug nach links verkanten, Stützrad hoch.  Das wird auf dem Acker nach Erreichen der optimalen Pflugeinstellung nur so weit herunter genommen, dass es nur eine ganz leichte Spur macht. Spannketten lösen.
Ich hoffe, nichts Wichtiges vergessen zu haben.
Oskar
altwährend des Brokstedt-Treffens wurde ich von einem sehr erfolgreichen Leistungspflüger darauf aufmerksam gemacht, dass meine Beschreibung der gekröpften Welle zu Missverständnissen führt.
Bessermachen ist leichter gesagt als getan. Deshalb will ich es mal mit einer einfachen Schema Zeichnung aus der Sicht von oben versuchen.
Hier ist die Welle aus ihrer Neutralstellung bis zum Anschlag für eine breitere erste Furche verstellt worden. Dabei steht ihr rechter Zapfen wie beschrieben nach hinten verdreht, der linke Zapfen vorne.
Der Pflug zeigt jetzt mit seiner Scharspitze nach links und wird in diese Richtung drängen, bis er sich durch die Wirkung seiner Anlage parallel zur Pflugfurche ausgerichtet hat. Danach ist die 1.Furche sehr breit geworden. Umgekehrt würde die 1.Furche sehr schmal werden. Ich hoffe, dass diese Beschreibung als Ergänzung der ersten zu einem besseren Verständnis der gekröpften Welle führt.
Oskar
altHierbei geht es um eine für den Trecker eher geruhsame, für seinen Fahrer um so anstrengendere Sportart, die früher keine war. Das ist kein Wettkampf um Flächenleistungen sondern um saubere Pflugarbeit... nach alten und festen Regeln, auf einem zugewiesenen eigenen Acker, im Vergleich zu Mitbewerbern auf Nachbargrundstücken. Das Pflügen war für unsere Oldtimer normaler Alltag, als sie noch jung waren. Eine saubere Pflugfurche war damals wie heute für die Bodenfruchtbarkeit von allergrößter Bedeutung. Ihre Ausführung mit den damaligen Geräten aber war eine echte Kunst, vergleichbar mit der Geschicklichkeit eines begabten Handwerkers, und gehörte darum selbstverständlich zur Ausbildung im altlandwirtschaftlichen Beruf. Bei der Gehilfenprüfung musste vorgepflügt werden nach einem aus der Praxis abgeleiteten  standardisierten Regelwerk. Die Landwirtschaftskammer als Dachorganisation überwachte die Einhaltung und unterstützte später Wettkämpfe von guten Pflügern auf der Basis des Prüfungs-Reglements. Diese Wettkämpfe nannte man damals altLeistungspflügen. Sie wurden auf dörflicher Ebene bis hin zur Weltmeisterschaft ausgetragen und wirkten enorm Praxis fördernd. Wer kennt nicht die Realität vom Wandel der Zeit und erinnert sich an das schöne Frühlingslied: „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt...?“ Wo wäre unser schönes Hobby, wären die Rösser nicht schließlich diesem Wandel zum Opfer gefallen und von Bulldogs und Dieseln ersetzt worden?  Auch diese pflügten altimmer noch nach den altbewährten Regeln, wenn auch mit größeren Geräten.  Heute aber wird anders gepflügt. Wir haben Regelhydraulik, die das Pflügen zum Kinderspiel macht. Wir haben sehr leistungsfähige Schlepper mit vielscharigen Volldrehpflügen, so dass eine altHunderte von Jahren geübte Aufteilung des Ackers in Beete unnötig wurde. Das selbe Schicksal ereilte die Ausbildung am Pflug. So zog sich schließlich auch die Landwirtschaftskammer vom Leistungspflügen zurück, weil es zur Berufsförderung nicht mehr nötig war. Trotzdem wurde es unter guten und besten Pflügern in dieser Disziplin als Wettkampf altweiter betrieben und dürfte folglich ohne Berufsbezogenheit als Sportart bezeichnet werden können, die weltweit mit modernen Schleppern und zum Teil hochgezüchtetem Gerät immer noch ausgeübt wird. Seit alte ausrangierte Trecker vor der altVerschrottung  bewahrt und liebevoll wiederhergestellt werden, seit sich ihre Besitzer in Clubs zusammenschließen, um Erfahrungen auszutauschen, ziehen  Oldtimerfreunde auf vielen Pflügerveranstaltungen wieder ihre Furchen, nicht zum Broterwerb sondern aus Spaß an der Freud. Dabei pflügen sie wie in alten Zeiten  und mit den alten altGeräten. Sie schauen, ob`s noch geht, erfreuen das Publikum, pflügen aber leider oft nur hintereinander in einer Furche...gute und schlechte Pflüger, alles durcheinander. Wer mal Leistungspflügen erlebt hat, und sich was zutraut, träumt vom eigenen Acker, den er selber beginnen und zu Ende führen darf. So ungefähr könnte die Wiederbelebung altalter Prüfungsszenarien mit altem Gerät in Gange gekommen sein; denn tatsächlich sieht man sie wieder, zwar noch selten, ihre Furchen nach alten Regeln im Wettstreit miteinander ziehen.
Tatkräftige Unterstützung bekam diese Bewegung vom LBCH, der in engen Kontakten zum deutschen Pflügerrat dessen Know How zu nutzen wusste. Ich berichte hier altnicht für Kenner der Materie sondern für die Greenhorns unter uns, die ohne den Vorzug einer entsprechenden Ausbildung auch am Leistungspflügen teilnehmen wollen, und zwar mit Erfolg. Für sie war in der Schlepper Post in altihrer März-Ausgabe 2004 der Aufsatz mit dem Titel: „Im Märzen der Bauer...“ als Vorbereitung für das heutige Thema gedacht. Wer heute ohne Vorkenntnisse der früheren landwirtschaftlichen Arbeitsmethoden den Regeln des Leistungspflügens gegenübersteht, wird sich beim Vergleich zum heutigen Pflügen sicher wundern. Denn in alten Zeiten wurde meistens mit einfachen Beetpflügen gearbeitet, welche die Furchen nur nach rechts wenden. Man pflügte also um eine Mittelfurche so lange herum, bis das gepflügte Beet eine angemessene Breite erreicht hatte, und begann dann ein neues. altDieses und das vorige, die man Zusammenschlag nennt, wurden so angelegt, dass bei Fertigstellung ein Restbeet zwischen den Zusammenschlägen in der Breite eines von ihnen übrig blieb. Mit wachsender Beetbreite wächst auch der Weg des Gespanns auf dem Vorgewende. Bis ca. 40 mtr. ist dieser gerade noch erträglich und bestimmte damit ebenfalls die Beetbreite. Im folgenden Jahr wurde die Anpflugfurche über der Schlussfurche des Vorjahres altausgeführt. Da Anpflugfurchen leicht einen Buckel, die Schlussfurchen leicht einen flachen Graben hinterlassen, blieben sie bis zur Einführung der Volldreh-Pflüge Sichtmarken für die Beet-Einteilung des Ackers. Die Regeln des Leistungspflügens resultieren aus der Beet-Pflügerei vergangener Zeiten. Dabei unterliegt schon der Zusammenschlag schwierigen Kriterien, die in der zurückliegenden Praxis ihre Berechtigung hatten. Die strenge Forderung nach Geradlinigkeit der ersten Furche z.B. war für den Wechsel von Anpflug= und Schlussfurche im Jahreswechsel wichtig, die Forderung nach alteiner sauberen Schlitzfurche vor dem Zusammenschlag für die Reinhaltung des Ackers vor Unkraut.  Die behutsame Steigerung der Arbeitstiefe bis zum 3.Umlauf des Zusammenschlags oder umgekehrt bei der Schlussfurche sollte einen unebenen Acker verhindern.
Die vom deutschen Pflügerrat oder der Pflügergemeinschaft Schleswig Holstein organisierten Wettbewerbe haben meist einen altimposanten Charakter. Der Wettkampf-Acker ist mit Fahnen geschmückt. Wenn auch noch die Sonne lacht, sammeln sich die Teilnehmer dort morgens ganz besonders gern zum Empfang ihrer durch Los ermittelten Beetnummern. Auch die Beete wurden vorher vermessen und mit den dazu gehörenden Nummernfähnchen gezeichnet. Damit jeder der vorher angemeldeten Teilnehmer einen Acker erhalten und in überschaubarer Zeit fertig stellen kann, sind diese nicht sehr groß: max ca. 20 mtr breit und 100 mtr lang.  Während die Regeln noch einmal vorgelesen werden, legt sich die Aufregung. Inzwischen hat ein jeder seine Mitbewerber beäugt und den Acker einzuschätzen versucht. Alle vorher ausprobierten Einstellungen am Pflug können am Acker scheitern. Starker Bewuchs oder Ernterückstände wie Stroh können  einen Pflüger arg quälen. altDer Unterschied von schwerem zu leichtem Boden verändert die Einzugbereitschaft des Pfluges.  Spuren im Acker bedeuten Verhärtungen mit schlechtem Einzug und sollen zudem noch unterpflügt werden. Auch das macht Kummer. Aber letztlich kämpfen alle mit den gleichen Problemen und werden nur unterschiedlich gut damit fertig. Zu den guten aber möchte jeder gehören. und jeder begibt sich dann an den Acker mit seiner entsprechenden Nummer. Vor der mit 2 Fluchtstangen gezeichneten Linie seiner Anpflugfurche wird Seiten/Technik/Leistungspf/Pf4.jpgAufstellung für die Schlitzfurche genommen und der Pflug hierfür eingestellt. Der Voracker ist durch eine flache, möglichst nach innen gewendete Furche gekennzeichnet. Ein= und Aussetzen des Pfluges sollen vom Vorgewende aus möglichst in einer Linie nebeneinander, kurz vor der Begrenzungsfurche erfolgen. Aufgabe wird jetzt sein, im ersten Umlauf eine schnurgerade zweifurchige, möglichst flache Schlitzfurche mit gleichem altAushub nach beiden Seiten herzustellen und dabei allen Bewuchs sicher abzuschneiden. Die Regel lautet : „Es wird eine zweifurchige Spaltfurche gefordert – alles Land muss gewendet sein“.  Der Start erfolgt nach einem Signal. Jetzt schleichen die Wettkämpfer los; denn jeder möchte erst mal beobachten, wie die Pflugeinstellungen zum Acker passen. Nach kleinen Korrekturen geht`s dann schon flotter. Damit die Spaltfurche schnurgerade wird, sollte die Fluchtlinie immer über mindestens 2 Fluchtstangen angepeilt werden, von denen die erste nach Erreichen hinter die zweite gesetzt wird. altDer Schlepper steht vor der Hinfahrt zur Spaltfurche mittig über der Fluchtlinie, wobei der abgesenkte zweischarige Pflug, den wir hier als Beispiel nehmen, mit der Anlage die Fluchtlinie berührt. Der erste Körper läuft bei nach links verkantetem Pflug leer. Oberlenker lang. Arbeitstiefe ca. 4 cm, aber allen Bewuchs durchschneidend. Scheibensech nicht nach außen stellen. Die Anlage würde sonst keinen Halt finden. Zu Beginn der Rückfahrt steht der Schlepper mittig über dem linken Furchenrand. Der Pflug wird zur Waagerechten zurückverkantet. Oberlenker etwas kürzen. Der 1. Körper arbeitet so flach alt wie der 2. auf der Hinfahrt. Der 2. Körper läuft leer, schneidet nur die kleine Schrägung der 1.Furche, damit die Anlage Halt findet. Erst nach Beurteilung der  Spaltfurche durch die Preisrichter wird nach einem weiteren Signal mit dem Zusammenschlag begonnen. Dabei fährt der Schlepper auf der Hinfahrt mit seinen rechten Rädern in der Spaltfurche an der linken Kante entlang und pflügt mit beiden Körpern. Hierbei geht der erste nur flach unter den Aushub der Spaltfurche und  produziert dabei einen nur flachen Furchendamm in die Spaltfurche, der von dem tiefer gehenden 2. Körper zum Teil zugedeckt wird. Bei der Rückfahrt zum Zusammenschlag arbeiten beide Körper fast gleich tief, wobei der Furchendamm des 1.Körpers Anschluss an den 2. Furchendamm der Hinfahrt finden soll. Am Ende des alt1.Umlaufs sind 3 Furchendämme in gleicher Höhe zu erkennen. Es ist auch zulässig, den 1.Umlauf mit 4 Furchenkämmen zu beenden, nur schwieriger zu bewerkstelligen. Die Arbeitstiefe wird allmählich gesteigert und erreicht beim 3.Umlauf das volle nach den Regeln festgelegte Maß. Nach dem 3. Umlauf wird der Restacker in Angriff genommen. Die 1.Hinfahrt erfolgt dabei in der Furche des rechten Beetnachbarn. Die Fahrt für diese so genannte Anschlussfurche wird nicht gewertet, weil mit ihr eventuelle Korrekturen vorgenommen werden müssen, falls das Restbeet nicht parallel ist. Vor Beginn der Anschlussfurche sollte also mit einem Bandmaß die Breite des Restackers sowohl vorne als auch hinten ermittelt werden. altDanach ist die endgültige Arbeitstiefe erreicht. Jetzt sollte die tatsächliche Arbeitsbreite ermittelt und mit der Breite des Restbeetes abgestimmt werden. Das bedeutet auf der 1.Rückfahrt zum Restbeet mehrmals vor dem Schlepper ein Maß von 2 mtr. von der Furchenkante ins Land abstecken und nach dem Durchpflügen zurückmessen. Die Differenz ist die Arbeitsbreite. Bei dieser Gelegenheit sollte auch noch einmal das Maß vom Restbeet hinter dem Pflug genommen werden. Es sollte durch die doppelte Arbeitsbreite teilbar sein oder entsprechend die Arbeitsbreite verändert werden. Ab drittletzter Umfahrt wird die Arbeitstiefe allmählich reduziert. Die letzte Rückfahrt erfolgt in Richtung des Start-Vorackers, wobei die Schlussfurche in Richtung des eigenen Zusammenschlags hin gewendet wird. Sie soll einen gleichmäßig gepflügten Acker zurücklassen, ohne Anzeichen schlecht untergebrachten Bewuchses oder von Ernterückständen, mit gutem Furchenschluss, mit einer flachen nur 1=furchigen Restfurche und nur  einer sichtbaren Treckerspur.. Eine Leerfahrt ist erlaubt. Spannend wird es wieder beim letzten Umlauf. Der setzt  bei einem 2=scharigen Pflug ein paralleles Restbeet in der Breite von 3 Furchen voraus. Bei der Hinfahrt pflügt der 2. Körper halb so tief wie der erste. Der Schlepper läuft mit dem linken Radpaar in der linken Furche, mit dem rechten auf dem gepflügten Acker. Auf der Rückfahrt läuft er rechts in der Furche und altlinks in der auf der Hinfahrt produzierten Spur. Diese ist so nur einmal zu sehen. Auf der Rückfahrt hat wieder der 1. Körper mehr Druck als der zweite, weshalb besondere Sorgfalt auf die Abstützung zu legen ist. Sonst bricht der Pflug aus und versaut die Schlussfurche. . Für Prüfer und Zuschauer wird es wieder spannend; denn für sie wird erst zum Schluss sichtbar, ob die geplante und ständig mit dem Bandmaß kontrollierte Aufteilung des Restbeetes zu dem für den letzten Umlauf gewünschten Maß geführt hat.alt Was bis jetzt an Punkten zusammen kam, kann im letzten und schwierigsten Umlauf wieder verloren gehen. Nach Ablauf einer zu Beginn festgesetzten Frist muss die Schlussfurche fertig sein. Dann kommt die große Entspannung, der kleine Imbiss unter Freunden und das Warten auf die Ergebnisse. Inzwischen stecken die Preisrichter ihre Köpfe zusammen, um ihre Wertungen zu vergleichen. Aber insgeheim hat sich bereits jeder Pflüger nach einem Blick auf die Beete seiner Mitbewerber seine Platzierung schon zugeteilt. Der Rest altist Publissity und vielleicht auch ein Pokal als sichtbarer Preis für die Lieben daheim. Das war ein Einblick in Spielregeln und Erfahrungen einer nicht ganz einfachen Sportart.  Landwirten, die ihren Acker für einen solchen Wettkampf zur Verfügung stellen, gebührt ein ganz besonderer Dank. Schon die notwendige Terminabsprache für den Wettbewerb bedeutet für sie eine Zwangsjacke im von der Natur vorgegebenen Arbeitsablauf des Betriebes, ganz zu schweigen von altden vielen zurückgelassenen Schlussfurchen. Und darum fehlt den meisten Teilnehmern sicher auch eine Möglichkeit zum Üben. Deshalb soll dieser Aufsatz neben einem Pflüger-Seminar des LBCH bei der Vorbereitung helfen. Viel Spaß und gut Pflug!
Oskar


siehe auch:Pflügergemeinschaft Schleswig-Holstein